Jeder Mensch kommt irgendwann an einen Punkt, an dem sich Dinge in seinem Leben ändern. Bei mir war es im Frühjahr 2008 soweit.

Eine Beschäftigung, die soviel Konzentration von mir verlangte, dass die Themen aus meinem Beruf im Büro blieben, musste her.

  • Nur Lesen – wie in den Jahren zuvor – reichte nicht mehr.
  • Reiten – wie seit fast 30 Jahren – schied aus gesundheitlichen Gründen aus.
  • Farben, Rahmen, Pinsel – eine verlockende Vorstellung

Ohne zu zögern wurden einfach ein paar Acryl-Farben und eine Malanleitung für kleine Formate gekauft und los ging es. Nicht schön aber selten. Wichtig war eh nur: Es tat so gut.

Nach einigen Selbstversuchen fand ich im Oktober im Haller Kreisblatt den Hinweis, dass in Versmold über die Galerie Et e.V. ein Kurs Acryl-Malerei für Anfänger und Fortschrittene startet, der von  Doris Westheuser geleitet wurde.

Schnell habe ich zum Telefonhörer gegriffen und mich angemeldet.

Viel zu schnell vergingen die Abende in den Räumen der Galerie an der Knetterhausener Straße. Ein Umzug aus beruflichen Gründen in den Süden von Lübeck verhinderte leider die Teilnahme am Folgekurs im Frühjahr 2009.

Eine ähnlich lockere Alternative zum Kurs bei Doris habe ich im Norden nicht gefunden. Um den Kopf frei  zu bekommen – schnell stellte sich bei  mir heraus, dass das am Besten mit dem Pinsel in der Hand geht - meldete ich mich für die Sommerakademie im Bönkerschen Steinbruch in Borgholzhausen an.

Zwei Wochen Acryl-Malen bei Wolfgang Mehlun haben mir so richtig Auftrieb gegeben und mich zum Kunst-Junkie gemacht.

Wieder zurück im Norden wurde der Pinsel von Etwas in den Hintergrund gedrängt, das mich seit meiner ganz frühen Kindheit schon magisch angezogen hat, zu dem ich nach meiner Schulzeit jedoch keine Gelegenheit mehr hatte:

Das Gefühl mit den Händen aus Ton Dinge entstehen zu lassen

Gesehen hatte ich das Schild am Straßenrand schon oft. Doch sah das Haus und der kleine Laden zu den Zeiten, zu denen ich vorbei kam, meistens verlassen aus.

Die Töpferei von Gisela Görcke in Klempau befand sich genau zwischen dem Büro, in dem ich viel  zu viel Zeit verbrachte und der Wohnung, die von Sonntagabends bis Freitagmorgens unser Zuhause war.

Dann, gerade zum richtigen Zeitpunkt, fiel mir auch noch ein Zeitungsausschnitt mit dem VHS-Programm der Region in die Hände. Der Auffrischungskurs wurde über die VHS gebucht, die ersten Teile entstanden. Endlich durften meine Hände wieder formen.  Ein tolles Gefühl.

Irgendwie hat sich meine kreative Seite dann mit aller Macht an die Oberfläche gedrängt. Es wurde Ton gekauft, die Küche verdreckt, Grizu der Erste entstand und überlebte den Brand bei 1.100° C.

Und dann passierte etwas, mit dem ich nicht gerechnet hätte:

Für das erste Bild gab es eine Anfrage und Grizu sollte viele Geschwister bekommen, so groß wurde die Nachfrage. Das war die Geburtsstunde von

Bild & Ton

Petra Blümel-Fischer